Am nächsten Morgen gings mit der Fähre nach Magnetic Island und vom Fährterminal dort mit dem Bus quer über die Insel zum Bungalow Bay Hostel. Wir hatten schon reserviert und freuten uns riesig als wir die Anlage mit Pool und die tollen Hütten mit den Verandas sahen. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, liefen wir zum Strand, der aber leider aufgrund der Würfelquallengefahr gesperrt war. Also begnügten wir uns mit dem schönen Pool. Am nächsten Morgen machten wir uns auf, die Insel zu Fuß zu erkunden. Unterwegs hielt der Besitzer des Fährbetriebs mit seinem Auto an und fragte, ob er uns ein Stück mitnehmen könnte. So fuhren wir mit ihm ans andere Ende der Insel und marschierten von dort auf diversen Wanderwegen zurück. Auf und ab gings und ganz schön anstrengend wars bei dem schwülen Wetter. Aber auch schön. Von den Bergen hatten wir wunderbare Aussichten auf die Küste. Es hat total Spaß gemacht sich mal wieder zu bewegen. In Australien waren wir ja bisher noch nicht wirklich viel gewandert. Zum Schluss machten wir noch einen Abstecher zu einem alten Fort aus dem II Weltkrieg und kletterten auf einen Aussichtsturm.
Wieder am Hostel angekommen legten wir uns in die Hängematten und ruhten uns aus. Plötzlich ging ein lautes Geschnatter los und wir stellten fest, dass jemand Brot hingestellt hatte, um die Papageien zu füttern. Da war vielleicht was los. Die Viecher kreischten so laut, dass es einem in den Ohren weh tat und zogen eine richtige Schau ab. Einer flog Stefan sogar auf den Kopf, als dieser in gerade fotografieren wollte.
Später sahen wir auch noch Wallabies im Garten herumhüpfen und am Abend in der Küche ein Possum, das verschlafen unterm Dach lag. Total goldig.
Den letzten Tag auf Magnetic Island verbrachten wir mal wieder ganz faul am Pool mit unseren Büchern und den ganzen Tieren. Entspannung pur war angesagt. Das Inselchen hat uns schon sehr gut gefallen. Aber am nächsten Tag würde unsere Reise wieder weiter gehen.
Sonntag, 13. Februar 2011
Australien – Magnetic Island (29.01.11 – 31.01.11)
Australien – Ayr & Townsville (27.01.11 – 28.01.11)
Am nächsten Morgen mussten wir mal wieder Packen und zur Busstation laufen. Innerhalb von 3 h ging es nach Ayr, wo wir eigentlich zum Wrack der SS Yongala tauchen wollten. Wir hatten mit der einzigen Tauchgesellschaft vor Ort schon Kontakt aufgenommen, ihnen mitgeteilt, dass wir gerne in ihrer Lodge übernachten sowie tauchen würden und waren davon ausgegangen, dass diese uns im 15km entfernten Ayr abholten. Fehlanzeige. Nachdem wir eine Weile gewartet hatten, lief ich in ein Motel in der Nähe der Busstation und fragte dort nach der Telefonnummer der Tauchgesellschaft. Der nette Herr lies mich freundlicherweise dort anrufen, teilte mir aber auch gleich mit, dass ständig Leute hier stranden würden, die man nicht zum Tauchen abhole. Na prima. Wir waren bereit eine Menge Geld auszugeben, denn das Tauchen zur SS Yongala war extrem teuer. Da hätte man ja schon ein bisschen mehr Service erwarten können. Nunja. Statt sich zu entschuldigen, erklärte mir die Dame am Telefon, dass sie in 3 Stunden einen aktuellen Wetterbericht bekäme und ich dann nochmal anrufen sollte. Wie bitte? Ich sagte ihr, dass wir hier mit unserem Gepäck mitten in der Pampa ständen und ich froh darüber war, dass mich der nette Mann vom Motel hatte telefonieren lassen. Dazu meinte sie nur: “Der lokale Anruf kostet nur 25 Cent. Mach dir darüber keine Gedanken!”
Wir checkten dann in das Motel ein, um nicht noch weitere drei Stunden herumzustehen. Für den Preis war das Zimmer zumindest bombastisch. Eigentlich war es ein kleines Appartement mit Küche und allem. Weil uns die SS Yongala wirklich wärmstens empfohlen worden war rief ich (wenn auch mit Widerwillen) später nochmal bei der Tauchgesellschaft an. Man sagte man würde es “versuchen” morgen zu tauchen. Das Wetter sehe nicht so rosig aus. Dieses Mal war ein Mann in der Leitung. Aber auch dieser hatte leider wohl noch nie etwas von Kundenfreundlichkeit gehört. Obwohl unser Motelbesitzer uns angeboten hatte uns am nächsten Morgen zur Tauchbasis zu fahren, fragte ich dann nochmal nach, ob man uns dann abholen würde. “Pfffffff” kam als Antwort. Das reichte mir schon. Diese Leute verdienten unser Geld nicht. Mit dem was wir bezahlen sollten, hätten sie uns normalerweise selbst von Sydney abholen müssen. (Ok, vielleicht etwas übertrieben. ;-) Aber trotzdem!) Stattdessen legten wir uns an den Pool unseres Motels, kochten lecker und riefen mal wieder zu Hause an, da wir hier endlich mal Internetzugang mit einigermaßen schneller Verbindung hatten.
Am nächsten Tag gings dann mit dem Bus weiter nach Townsville. Dort statteten wir dem Riff Aquarium einen Besuch ab, da wir nichts besseres zu tun hatten. Und ich kann euch sagen, wir waren begeistert. Das interessanteste Aquarium, das wir bisher gesehen hatten. Dort gab es zum Beispiel einen Sägehai und etliche andere Meeresbewohner, die wir vorher noch nie gesehen hatten. Das beste waren jedoch die unterschiedlichen Touren und Vorträge, die halbstündlich stattfanden und wahnsinnig interessant waren. Die Mitarbeiter wussten sehr viel und gaben sich alle Mühe ihr Wissen weiterzugeben. Zum Schluss statteten wir sogar noch dem zugehörigen Schildkrötenkrankenhaus einen Besuch ab. Der Tag verging wie im Flug. Abends aßen wir dann eine Riesenpizza im Restaurant neben unserem Hostel und schauten zur Abwechslung mal einen Film, da wir einen Fernseher im Zimmer hatten.
Australien – Airlie Beach & Whitsunday Islands (20.01.11 – 26.01.11)
Auch am Flughafen in Mackay hatten wir ein paar Stunden Wartezeit bis wir abends um 19 Uhr mit dem Greyhoundbus weiter nach Airlie Beach fuhren. Als wir zwei Stunden später dort ankamen, war es schon dunkel. Das Städtchen machte jedoch einen netten Eindruck. Gigantisch könnte man die Anlage des Magnums Backpackerhostels bezeichnen, in dem wir reserviert hatten. Zum Komplex gehörten ein Biergarten, eine Disko und ein Restaurant, während es nach hinten in einer Art Dschungel über eine Brücke zu den Unterkünften ging. Die konnten sich auch sehen lassen. Wir hatten sogar Klimaanlage und Kühlschrank im Zimmer. Am nächsten Morgen schliefen wir erstmal aus und fragten dann an der Rezeption nach den verschiedenen Angeboten für Segeltörns zu den Whitsunday Islands. Nach langem hin und her entschieden wir uns für ein Schiff, das noch am selben Abend lossegeln würde. Für 3 Nächte und 3 Tage gab es einen Last Minute Preis und das Boot würde sowohl zu den Whitsundays als auch zum Great Barrier Riff fahren. Außerdem bestand die Möglichkeit zum Tauchen an Bord. Das klang sehr gut. Also gleich wieder zurück ins Zimmer und Packen.
Den Nachmittag verbrachten wir dann noch an der Lagune mit Badewassertemperatur. Im Meer sollte man im Moment nicht baden hier oben, da Würfelquallensaison ist. An allen Stränden gibt es deshalb Essigflaschen zur Erstehilfebehandlung. Unser Glück wollten wir aber nicht herausfordern. Als wir am Abend unser Gepäck im Hostel verstauten (wir nahmen nur zwei kleine Taschen mit) trafen wir gleich auf zwei deutsche Mädels, die wie sich herausstellte auch mit uns zu den Whitsundays fuhren.
Um 19 Uhr mussten wir am Hafen sein. Dort wurden wir dann nach Zimmern aufgerufen und bekamen unsere Stingersuits, Lycraanzüge zum Schnorcheln und Tauchen, die die Quallen abhalten sollten. Stefan und ich warteten gespannt bis wir an die Reihe kamen. Da die verfügbaren Doppelzimmer schon ausgebucht waren, hatten wir nämlich am Morgen die ersten Plätze im noch übrig gebliebenen 4er Zimmer gebucht. Super – wir hatten Glück. Nach uns kamen keine weiteren Buchungen mehr und wir hatten das 4er Zimmer für uns allein und somit, wie sich herausstellte, auch das beste Zimmer auf dem ganzen Boot!!! Juhu! Nach einem Sektempfang und einem kurzen Briefing ging es auch schon los in Richtung Whitsunday Islands. Wir lernten die andern auf dem Boot kennen und natürlich bildete sich gleich wieder ein deutsches Grüppchen. Mira und Julia, die wir schon im Hostel kennengelernt hatten, Flo, Max und Olivia. Nach einem kleinen Snack stellten sich die zwei Tauchlehrer vor und wir wurden in Gruppen eingeteilt, je nachdem wie erfahren wir waren. Einige Leute an Bord hatten noch nie getaucht und wollten es auf diesem Trip zum ersten Mal versuchen.
Am nächsten Morgen gab es schon um 7 Uhr Frühstück. Danach segelten wir zum Whiteheaven Beach, dem Aushängeschild der Whitsunday Islands. Leider war gerade erst Vollmond und die Flut darum relativ hoch. So sahen wir nicht die wunderschönen weißen Sandbänke, für die diese Gegend berühmt ist. Wir lagen am Strand, gingen ein bisschen spazieren und genossen abwechselnd Sonne und Regen. Am Nachmittag segelten wir zu einer anderen Insel, um dort zu tauchen. Stefan und ich gingen mit dem Tauchguide und vier sehr erfahrenen Tauchern los. Auf diesem Schiff war die limitierte Tauchzeit pro Tauchgang auf 45 min festgelegt. Als wir nach dieser Zeit wieder nach oben kamen war das Gelächter groß, denn unser Tauchguide hatte noch am wenigsten Luft von allen übrig. Und das obwohl er vorher geprahlt hatte wie gering sein Luftverbrauch sei. Haha. Auf jeden Fall hat es Spaß gemacht. Wir hätten gerne einen zweiten Tauchgang gemacht, aber die zwei Tauchguides auf 26 Gäste waren einfach zu wenig, um das bewältigen zu können. Schade.
Nach dem Abendessen beobachteten wir im Schein eines Strahlers einige Tintenfische und große Trevallies vor unserem Boot.
Am nächsten Morgen war die Sicht beim Tauchen leider relativ schlecht und es ging auch eine starke Strömung. So verbrachten wir den Rest des Tages hauptsächlich mit in der Sonne liegen, Schnorcheln, Reisegeschichten austauschen und Kaffee trinken. Später machten wir dann aber noch einen Nachttauchgang. Leider konnten wir nicht wie geplant auch noch ans Great Barrier Riff fahren, wegen der starken Winde. Dort wäre das Tauchen bestimmt um Längen besser gewesen.
Am nächsten Morgen wurde es trotzdem ganz witzig unter Wasser. Wir hatten Brotstückchen in kleinen Plastikflaschen mit dabei und machten eine Fischfütterung beim Tauchen. Alles um uns herum war voller kleiner bunter Fischchen. Dazu kamen noch zwei richtig große (mind. 1m) Humpheaded Maori Wrassen. Der eine hat von den Tauchlehreren sogar schon einen Spitznamen verpasst bekommen: Elvis!!! :-) Elvis hat zwar nix gefressen, “stellte” sich aber neben uns und schaute zu. Und er lies sich streicheln. Total cool!
Nach dem Tauchen segelten wir dann leider schon wieder zurück nach Airlie Beach! Stefan und ich gingen nachmittags noch in die Lagune und abends trafen wir uns dann mit allen anderen vom Boot inklusive Crew in einer Bar zum Feiern und Pizza essen. Am nächsten Tag ließen wir es langsam angehen, frühstücken gemütlich, schauten bei MC Donalds ins Internet und trafen dann Flo und Max vom Boot wieder, um mit ihnen zum Supermarkt zu laufen. Dieser war etwas weit weg, eine Stunde hin und nochmal eine zurück, aber die Strecke war echt schön und das Wetter spielte auch mit. Abends grillten wir dann gemeinsam an den öffentlichen Grills bei der Lagune und lachten uns über Flos Geschichten vom Bund schlapp.
Eigentlich wollten wir am nächsten Tag schon abreisen, hatten uns aber um entschieden, als wir feststellten, das Australia Day (Feiertag) war. Den Australia Day kann man sich ungefähr so vorstellen wie bei uns den ersten Mai. Alle Leute gehen nach draußen, in die Biergärten, an den Strand und grillen und trinken den ganzen Tag. Wir legten uns erstmal an die Lagune, faulenzten und lasen. Als ich zwischendurch zum Hostel ging, gabs dort gerade Bratwurst umsonst, was ich mir nicht entgehen lassen konnte. Als wir abends noch einen Platz im Biergarten vor unserem Hostel ergatterten waren alle schon ziemlich gut drauf. Es dauerte nicht lange und schon waren wir mitten im Gespräch. Wie es der Zufall will, saßen wir mal wieder bei deutschen. Unglaublich – gibt es auch noch Australier hier? Auf jeden Fall wurde es wieder ein netter und unterhaltsamer Abend.
Samstag, 12. Februar 2011
Australien – Byron Bay & Surfers Paradies (16.01.11 – 20.01.11)
Über Nacht fuhren wir also mit dem Greyhound-Bus nach Byron Bay. Als normaler Reisebus war dieser natürlich lange nicht so bequem wie unsere Luxusbusse aus Südamerika. Aber wir fanden dennoch ein bisschen Schlaf.
Morgens angekommen entdeckten wir durch Zufall einen kleinen Shuttle-Bus mit der Aufschrift unseres gebuchten Hotels und nahmen den gleich mal in Anspruch. Leider konnten wir in die Arts Factory Lodge noch nicht einchecken, da es erst 8:30 Uhr morgen war. Aber das machte nichts, da wir am Pool warten konnten bis unser Zimmer fertig war. Das Hostel war echt nett und gemütlich. Genauso wie unser Zimmer. Überm Bett war in bunten Farben folgender Spruch an die Wand geschrieben: “Rainbows are made from both – Rain and Sunshine”. Ein wahrer Satz und der passte auch so gut zu unserer Reise. Nachmittags gingen wir auf den großen Hippiemarkt in Byron Bay, der nur zweimal im Monat stattfindet. Dort war es echt witzig. Eine Band spielte und es wurde alles angeboten von Kleidung, über Handarbeiten bis hin zu Lebensmitteln, allerdings auch zu recht gesalzenen Preisen.
Danach bummeln wir durch Byron Bay, das ein sehr sehr entspanntes Städtchen zu sein schien - eine Mischung zwischen Surfer und Hippiekultur. Als wir an den Strand kamen, erschraken wir echt über die riesigen Wellen. Wie wir in den darauffolgenden Tagen feststellten war es aber am ersten Tag besonders heftig. Schade, dass wir den Fotoapparat nicht dabei hatten.
Am nächsten Morgen klingelte unser Wecker schon um 5 Uhr. Um halb 6 fuhren wir mit einer kleinen Gruppe vom Hostel zum östlichsten Punkt Australiens, dem Leuchtturm von Byron Bay, um dort den Sonnenaufgang anzusehen. Groß, glühend rot und wahnsinnig schnell schob sie sich hinterm Horizont hervor. Wir hatten sogar noch Glück und sahen auch ein Wallaby herumspringen. Als wir wieder zurück kamen war es erst 20 vor 7 und so legten wir uns einfach nochmal ein bisschen schlafen.
Den Tag verbrachten wir wieder am Pool und am Strand. Das Meer hatte eine ideale Temperatur. Australien bestand bisher hauptsächlich aus relaxen, Strand und Sonne. War aber auch mal ganz nett, sich einfach ein bisschen zu erholen. Wir kamen endlich mal viel zum Lesen.
Abends gabs in der Bar gegenüber unseres Hostels Live-Musik und kostenloses W-Lan, was wir natürlich dankend in Anspruch genommen haben.
Der nächste Tag sah nicht viel anders aus. Was soll ich groß berichten. Urlaub vom Urlaub. Ein toller Strand. Super Wetter und gute Bücher. Zum Abendessen besorgten wir uns verschiedene Käsesorten, sonnengetrocknete Tomaten, Salami und Oliven und wurden von einigen anderen Gästen sichtlich darum beneidet. Byron Bay war echt schön und wir wären sehr gerne noch ein weniger länger geblieben. Doch am nächsten Tag war wieder Abreisetag für uns. Wir fuhren nach Queensland an die Goldcoast nach Surfers Paradise. Weil es hier keine Sommer- und Winterzeit gibt hatten wir doch tatsächlich auch noch eine Stunde Zeitverschiebung. Surfers Paradise gefiel uns nicht so gut wie Byron Bay. Viel zu viel Hochhäuser und alles sehr steril. Außerdem war die gesamte Strandpromenade eine einzige Baustelle.
Als der Himmel ganz schwarz wurde, packten wir schnell unsere 7 Sachen zusammen und kauften Zutaten für eine Shrimps-Pasta ein. Wir hatten Glück und erreichten rechtzeitig den Bus zurück in unser Hostel, denn dann fing es richtig an zu regnen. Somit machten wir es uns wieder mit unseren Büchern bequem.
Am nächsten morgen klingelte unser Wecker um 06:50 Uhr. Zur gleichen Zeit landete genau vor unserem Fenster ein Militärhubschrauber mit 2 Raketen an den Seiten. Der Motor wurde nicht abgestellt und das Getöse war unglaublich. Was machte der nur hier? Unsere Verwirrung wurde noch größer als wenig später ein Polizei Pick-Up angefahren kam und 3 große schwarze Reisetaschen an das Hubschrauberkommando übergab. Wir konnten uns kaum aufs Packen konzentrieren, so spannend war das. Wir haben allerdings nicht rausbekommen, was da wirklich vor sich ging. Wir fuhren zur Greyhound Station und von dort mit dem Bus nach Brisbane an den Flughafen. Dort mussten wir dann noch eine Weile warten bis unser Flugzeug in Richtung Mackay abhob.