Die Fahrt nach Christchurch war lange und als wir dort ankamen war alles wie ausgestorben. Musste wohl daran liegen, dass immernoch Ferien in Neuseeland waren und sich somit niemand in den großen Städten aufhielt. Ein Teil der Stadt war abgesperrt und es gab viele Baustellen. Wir stellten fest, dass dies auf das Erdbeben zurückzuführen war, das sich erst kürzlich in Christchurch ereignet hatte. Wir liefen ein wenig durch die Innenstadt und dann grillten wir ein letztes Mal zum Abschied.
Am nächsten Tag mussten wir dann aufräumen, packen und putzen. Wir fuhren auf eine Recyclingstation, wurden dort unseren ganzen Müll los und schrubbten Barry ordentlich aus. Im Übrigen war an diesem Tag der bisher heißeste Tag des anbrechenden Sommers in Neuseeland. Wir schwitzten ordentlich bei der Putzerei. Das Wetter hier schien uns bis zum Schluss ordentlich veralbern zu wollen.
In der Autovermietung ging dann alles ganz schnell. Man schaute sich den Camper gar nicht genau an. Schwups-die-wups wurden die Rückgabepapiere unterschreiben und man fuhr uns zum Flughafen, von wo aus wir nach Auckland flogen. Wir hatten uns für den letzten Tag in einem Hotelzimmer in Aucklands Innenstadt eingemietet. Überrascht waren wir über die große Dichte von Asiaten, die sich in Auckland aufhielten und auch hier wohnten. Wahnsinn. Am nächsten Tag bummelten wir durch die Geschäfte, saßen eine Weile am Hafen und aßen lecker Sushi. Dann mussten wir leider packen und Abschied nehmen von einem Land, das wir wirklich in unser Herz geschlossen hatten.
Mitten in der Nacht klingelte der Wecker und wir mussten zum Flughafen fahren.
Neuseeland verließen wir wirklich sehr sehr ungern. Wir hatten die Zeit hier sehr genossen. Es gab noch so viele Sachen, die wir unternehmen wollten und nicht dazukamen entweder aufgrund des schlechten Wetters oder des Zeitmangels. Neuseeland hat so viel zu bieten, die 7 Wochen, die wir hier verbrachten waren viel zu kurz.
Nun müssen wir uns auch wieder auf Hostelzimmer und lange Busfahrten einstellen. Das Leben im Camper war doch sehr angenehm. Australien hatte mich immer gereizt, jetzt bekam es irgendwie einen schlechten Start. Wir hatten nämlich beide nicht so große Lust darauf, was nunmal daran lag, dass wir Neuseeland nicht verlassen wollten.
Aber wir waren uns sicher, dass sich das sicher bald ändern würde, wenn wir erstmal dort waren und so stiegen wir dann doch ein wenig erwartungsvoll in unseren Flieger nach Sydney auf den roten Kontinent.
Dienstag, 25. Januar 2011
Neuseeland – Christchurch und Auckland (02.01.11 – 05.01.11)
Neuseeland – Mount Cook (01.01.11 – 02.01.11)
Abends mussten wir uns leider von Tom und seinen Freunden verabschieden, da wir noch zum Mount Cook fahren wollten. Der Mount Cook ist mit 3754m der höchste Berg Neuseelands. Bei immernoch hochsommerlichem Wetter fuhren wir ca. 2 h. Dabei hatten wir immer den Mount Cook im Blick, wie er absolut majestätisch die Gegend dominierte. Ohne Zweifel ein wirklich imposanter Berg. Wir konnten uns schon vorstellen, dass er vielen Bergsteigern sehr reizvoll erscheint.
Als wir am Campingplatz ankamen, herrschte bereits ein ziemlich starker, böiger Wind. Es war einiges los hier. Viele hatten ihr Zelt aufgeschlagen und die taten uns jetzt wirklich leid, denn der Wind zerrte an allen Seilen und drohte die Zelte wegzureißen. Nachts passierte das dann wohl auch. Wir bekamen mit, wie einige zusammenpackten und mit dem Auto davonfuhren. Wir selber konnten auch nicht schlafen, der Camper wackelte so fürchterlich, dass ich uns schon umkippen sah. Außerdem schüttete es in Strömen und der Wind peitschte den Regen lautstark gegen unsere Fenster.
Bereits vor dem Morgengrauen war uns klar, dass wir auch die Wanderung am Mount Cook vergessen konnten, die wir eigentlich geplant hatten. Tags zuvor hatten wir den Berg aus mehr als 100 km Entfernung gesehen, heute standen wir direkt davor und sahen nichts als Nebel. Als Ersatz machten wir noch einen kleinen Abstecher ins Edmund Hillary Museum und erfuhren dort mehr über den Bergsteiger und Abenteurer. Das Museum war ganz nett gemacht und sehr interessant.
Wir freuten uns darüber, dass wir gestern einen schönen Tag hatten und den Mount Cook so wenigstens überhaupt sehen konnten. Starke Wetterumschwünge und viel Nebel scheinen hier normal zu sein, deshalb waren wir echt froh ihn in voller Pracht gesehen zu haben.
Montag, 24. Januar 2011
Neuseeland – Kiwi-Silvester am Lake Benmore (31.12.10 – 01.01.11)
Vor fast 6 Jahren hatten Stefan und ich in Thailand auf einem dreitägigen Dschungeltrek 5 Neuseeländer Jungs kennengelernt. Mit Tom, einem der Jungs hatten wir immer noch Kontakt und der Plan stand schon seit längerem, ihn mit Familie und Freunden an Silvester zu treffen. So fuhren wir jetzt also ins Landesinnere zum Lake Benmore. Die Sonne begleitete uns den ganzen Weg und wir waren begeistert von dem leuchtenden türkisblau der großen Seen Aviemore, Benmore und Tekapo. Die Staudämme waren bis zum Bersten gefüllt und das Wasser trat teilweise über die Staumauern obwohl die Schleusen geöffnet waren. Wir mussten den Lake Benmore fast komplett umrunden, um zu der Stelle zu kommen, an der Tom und die anderen ihr Lager aufgeschlagen hatten. Die Black Forest Farm (ja kein Witz) war riesig. Es gab dort ein paar Zimmer, die alle von Toms Freunden belegt waren, man konnte aber auch sein Zelt aufschlagen, oder wie wir einfach mit dem Camper dort übernachten. Das Wiedersehen war total witzig und wir verbrachten eigentlich den restlichen Tag nur mit reden und grillen (bevor es wieder zu regnen begann). Tom hatte geheiratet seit wir uns in Thailand getroffen hatten und auch schon zwei kleine Kinder bekommen. Das dritte war bereits unterwegs. Dass Silvester hier in Neuseeland nicht ganz so ernst genommen wird, konnten wir daran feststellen, dass einige sich schon vor Mitternacht schlafen legten. Der harte Kern hielt trotzdem durch, aber so wirklich passierte um 0 Uhr auch nichts: kein Feuerwerk, kein Anprosten. Trotzdem war es ein netter Abend.
Viel interessanter wurde es aber am nächsten Tag. Herrliches Wetter weckte uns auf, richtiges Sommer-See-Wetter. Einige von Toms Freunden hatten Boote und so fuhren wir am Mittag zu einer schönen Stelle am See und die Neuseeländer zeigten uns wie man hier so seine Weihnachtsferien verbringt. Mit ca. 20 Erwachsenen, 30 Kindern, 4 Booten und einer unglaublichen Anzahl von Wassersportgeräten verbrachten wir einen unterhaltsamen Nachmittag. Was für ein Halligalli! Ich wohnte dem Spektakel eher als Zuschauer bei und genoss die Bootsfahrten auf dem See, während Stefan sich auch im Wakeboarden versuchte und eine rasante Fahrt in einem Bisquit (Autoreifen) hinter dem Boot unternahm. Schon die kleinsten unter den Kindern bekamen ein Paddel in die Hand gedrückt und durften mit einem Kajak am Rand des Sees entlangpaddeln oder übten mit Kinderskiern im Gras für ihre erste Wasserskifahrt. Tom und seine Freunde waren teilweise schon richtig gute Wakeboarder oder Wasserskifahrer. Kein Wunder, wenn man sein eigenes Boot hat und im Sommer an den Wochenenden immer an den See fahren kann. Über den See hatten wir dank des klaren Wetters eine herrliche Aussicht auf den Mount Cook. So gut konnte man in wohl nicht alle Tage sehen.
Der Tag am See war wirklich eine Gaudi und wir freuten uns, dass wir unter Neuseeländern ins neue Jahr gerutscht waren, die uns mit Stolz gezeigt hatten, wie so ein richtiger Kiwi-Sommer aussieht. Tom meinte, dass wir auf jeden Fall wiederkommen müssen und ihn, Donna und die Kids auch zu Hause besuchen. Mal sehen, Neuseeland hat uns so gut gefallen, dass wir bestimmt irgendwann mal zurückkehren werden.
Donnerstag, 20. Januar 2011
Neuseeland – Catlins (30.12.10)
Am nächsten Morgen spürten wir unsere Beinmuskeln, vor allem die in den Waden. Es gab einige Sachen zu erledigen. Wir fragten bei etlichen Mietwagenfirmen nach ob sie zufällig ein Auto hätten, dass in den nächsten Tagen von Christchurch nach Auckland überführt werden müsste. Diesen Tipp hatten wir bekommen und deshalb bis jetzt noch keinen Flug zurück nach Auckland gebucht. Wie sich herausstellte hatten wir mal wieder etwas wichtiges übersehen. Die Neuseeländischen Ferien endeten genau zum 03.01.11, wenn wir unseren Camper abgeben mussten. Somit würde auch ganz Neuseeland versuchen wieder nach Hause zu gehen. Es gab weder Mietwagen zu überführen noch günstige Flüge. Die meisten Flüge waren überhaupt schon ausgebucht. Jetzt mussten wir schnell handeln. Als wir dann endlich einen Flug gebucht hatten, fuhren wir zur Post und gaben ein großes Paket nach Deutschland auf. Bald müssten wir wieder alle unsere Habseligkeiten im Rucksack tragen und davor wollten wir noch einiges loswerden. Es hatte sich mittlerweile so einiges angestaut. Als alles erledigt war, konnten wir wieder unseren Urlaub genießen und fuhren durch den südlichsten Zipfel Neuseelands, die Catlins. Wir ließen uns Zeit und stiegen ganz oft aus und machten kleine Spaziergänge. Am versteinerten Wald, einer besonders schönen Küstenstelle, sahen wir sogar Pinguine. Nachdem wir über ein paar saftig grüne Wiesen spaziert waren bekam ich auf einmal ziemlich starken Heuschnupfen. Der wurde auch nicht besser als es wieder zu regnen anfing und so beschlossen wir auch aufgrund des Zeitdrucks (wir hatten noch eine lange Fahrt vor uns bis zum nächsten Tag) an den weiteren Attraktionen vorbeizufahren und einfach Strecke zu machen. Nördlich von Dunedin fanden wir einen herrlichen Campingplatz direkt am Meer und mal wieder völlig umsonst.